Facebook Ads für Food Blogger – Teil 1: Wie funktionieren Ads?

Seit nun fast schon einem Jahr beschäftige ich mich intensiv sowohl beruflich als auch privat mit Facebook Ads. In der Agentur betreue ich einige Kunden in diesem Bereich und setze Facebook Werbung für die Vermarktung der Inhalte, die wir produzieren, mit sehr guten Ergebnissen ein. Vor einigen Wochen auf dem Food Blogger Camp in Düsseldorf habe ich in zwei Sessions schon einmal darüber berichtet und einen kleinen Einblick in meine Arbeit gegeben. Das Interesse war mindestens genauso groß wie der Input für alle und da bleibt natürlich bei einem so komplexen Thema kaum etwas hängen. Daher möchte ich in dieser Artikelserie dem Thema noch einmal bis ins Detail widmen und euch sinnvolle Hilfestellungen an die Hand geben, damit ihr in zukünftig auch selbst Werbung für euren Blog schalten könnt.
 

Warum brauche ich Facebook Ads?

Gerade im Bereich Content Marketing bietet uns Facebook viele Möglichkeiten, um unsere Inhalte zu pushen. Und das ist es ja, was wir Blogger möchten. Vorab der Hinweis: Wenn ihr nur aus Spaß bloggt und euch nicht um Reichweiten kümmert, weil ihr zum Beispiel keine Kooperationen macht oder euren Blog nicht monetarisieren möchtet, dann braucht ihr auch nicht unbedingt in Facebook Ads zu investieren. Für diejenigen unter euch, die aber auf große Kooperationspartner hoffen, könnten Ads eine sinnvolle Investition sein. Denn: Für Kooperationen schauen Unternehmen und Agenturen (die eher „suboptimalen“) letztlich nur auf die Reichweite und darauf, dass der Blog so halbwegs passt (—> kleiner Seitenhieb an die zahlenfanatischen Marketingabteilungen, die ja ach so verliebt sind in die Reichweitenpandas).

 

Schon seit ein paar Jahren haben Unternehmen, Organisationen und Blogger ein gemeinsames Problem: Die organische Reichweite bei Facebook wird zunehmend kleiner und ihr erreicht kaum noch Menschen mit euren Beiträgen. In den meisten oder vielen Fällen können Facebook Seiten nur etwa 16 Prozent ihrer Fans organisch erreichen (Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel). Um entsprechende Aufmerksamkeit zu bekommen und Reichweite bittet Facebook Seitenbetreiber zur Kasse. Was zunächst wie ein Fluch klingt (klar, ihr müsst Geld ausgeben, um eure Reichweite zu steigern), kann doch aber recht nützlich sein in der Praxis.

 

Auch wenn es in der Überschrift heißt: Facebook Ads für Food Blogger, sind die Grundmechaniken natürlich die gleichen wie bei anderen Themen und können analog angewendet werden. Ich gehe beim Targeting aber speziell auf die Zielgruppen für uns Foodies ein. In den kommenden Beiträgen erfahrt ihr, was Anzeigen sind und wie sie funktionieren, welche Ziele es gibt, wie der Werbeanzeigenmanager und Power Editor funktionieren, wie ihr eure Zielgruppen richtig definiert, Anzeigen schaltet und Kampagnen auswertet, wie ihr eure Beiträge auf Instagram bewerben könnt und meine ganz persönlichen Hacks. Ich hoffe, euch so das nötige Handwerkszeug mit auf den Weg geben zu können. 😃 So nun aber mal ran an den Speck …

 

Was sind Facebook Ads und wie funktionieren sie?

Das soziale Netzwerk bietet mit seinen in Deutschland über 30 Millionen Nutzer ein riesiges Potential für Werbung auf unterschiedliche Weise. Hier haben sowohl Unternehmen als auch Blogger die Möglichkeit gegen Bezahlung Werbung zu schalten, die (bei richtigem Targeting) auch genau die User trifft, die sie treffen soll. Wenn du selbst öfter auf Facebook unterwegs bist, sind dir bestimmt schon einmal die Beiträge mit dem „sponsored“ Hinweis aufgefallen. Diese Beiträge sind Anzeigen, die ihr angezeigt bekommt, weil ihr in einer bestimmten Zielgruppe seid und dafür Geld bezahlt wurde.

 

Natürlich gibt es noch andere Möglichkeiten der Platzierung, aber darauf gehe ich später ein. Die Anzeigen sollen Nutzer (bzw. eure Fans) dazu bewegen, auf eure Website zu klicken, mit eurem Content zu interagieren und schließlich Traffic zu generieren (denn das wollen wir doch alle, nicht wahr?). Die wohl bekannteste und eine der effektivsten Formen bzw. Platzierungen ist die im Newsfeed der User. Dabei achtet Facebook mittlerweile sehr darauf, dass wir alle nicht mit haufenweise Werbung zugespamt werden, sondern eine natürliche Balance zwischen dem Content eurer Freunde und anderen organischen Beiträgen besteht. Auf etwa 7 organische Beiträge kommt etwa eine Werbeanzeige im Newsfeed (macht gerne mal den Test!).

 

Die Anzeige eurer Beiträge könnt ihr euch ein wenig wie eBay vorstellen. Facebook stellt dabei gewisse Werbeplätze zur Verfügung, die über die Werbeanzeigenauktion besetzt werden können. Der beste Wert gewinnt und die User bekommen die entsprechende Ad angezeigt. Dabei bestimmt nicht unbedingt eurer Gebot (also der Preis, den ihr bereit seid zu zahlen), ob Facebook eure Anzeige (gut) ausspielt. Das sogenannte „Gesamtgebot“ setzt sich aus drei Faktoren zusammen:
  1. Euer Gebot: Mit eurem manuellen oder automatischen Gebot gebt ihr an, wie viel euch die Anzeige wert ist.
  2. Qualität und Relevanz: Facebook möchte, dass User relevanten Content anzeigt bekommen. (Ob das wirklich immer so klappt, sei mal dahin gestellt) Dabei misst es die Relevanz anhand des positiven Feedbacks auf frühere Anzeigen (denn, dann scheint der Content ja gut zu sein). Je höher die Relevanz und Qualität, desto besser das Gesamtgebot. Wie genau Facebook das noch errechnet ist bisher aber noch ein kleines Geheimnis.
  3. Geschätzte Handlunsgrate: Hier kommt euer gewähltes Ziel ins Spiel. Wenn ihr auf Klicks optimiert, dann sucht Facebook die Personen aus eurer Zielgruppe heraus, die am wahrscheinlichsten das Ziel erfüllen (z. B. Klicks oder Conversions). Was genau alles hineinspielt, ist relativ komplex und nicht so unbedingt wichtig, damit ihr Ads für euch nutzen könnt.

Die 10 … äh richtigen Gebote

Ihr seht also: Ein Teil eures Erfolgs mit eurer Anzeige ist das Gebot. Auch wenn Facebook immer viel von Qualität spricht, ist es am Ende nun doch so – wer mehr bietet, wird besser ausgespielt. Herr Zuckerberg will ja schließlich ein wenig Geld verdienen. Für euer Gebot habt ihr zwei Möglichkeiten: automatisch oder manuell.

 

Die einfachste Möglichkeit ist es, Facebook die ganze Arbeit zu überlassen und für euch automatisch das Gebot festzulegen. Dabei geht es her und legt es für jede deiner Auktionen neu fest, um a) das gesamte Budget auszugeben und dabei b) das beste für dich herauszuholen. Wenn ihr noch recht wenig Erfahrung mit Facebook Ads habt, empfehle ich euch diese Methode. Oftmals hat man noch gar kein Gespür dafür, was jetzt ein guter Wert ist für das entsprechende Ziel und welches manuelle Gebot ihr einstellen sollt. Mit der Zeit könnt ihr aber ablesen, was gute Gebote sind und dann auch wechseln.

 

Wenn ihr schon kleine Ad-Pros seid, dann könnt ihr auch manuell für eure Anzeigen bieten. Dabei legt ihr eure maximale Summe fest, die ihr bereit seid zu zahle für einen Klick, ein Like, ein Kommentar etc. Hier schlägt dir Facebook eine Range vor, in der dein Gebot liegen sollte. Ich empfehle euch hier nicht, weniger zu bieten und auch VIEL mehr zu bieten als das Maximum bringt nicht unbedingt den Erfolg. Als erfolgreich hat sich folgende Strategie gezeigt: Wenn der Maximalbetrag bei 80 Cent liegt, bietet ihr 1 Euro – die Anzeige erhöht sich entsprechend im Gesamtgebot. Lasst die Anzeige etwas laufen und schaut, wo sich der Wert einpendelt. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass ihr nicht annähernd an den 1 Euro herankommt, sondern sich das Ganze bei etwa 70 Cent und weniger einpendelt. Jetzt könnt ihr eurer Maximalgebot auch verringern. Ganz wichtig: Manuelles Bidding ist sehr betreuungsintensiv und ihr braucht hier echt schon einiges an Erfahrung. Von daher bleibt am besten erstmal bei den automatischen Geboten.

 

Ihr denkt jetzt wahrscheinlich: „Ach du Schreck, was redet die denn da? Das kann ich doch niemals!“ So ähnlich ging es mir auch, als ich mich zum ersten Mal mit dem Thema auseinandergesetzt habe. Aber ich verspreche euch, ihr steigt da schnell durch und könnt bald schon selbst Anzeigen erfolgreich für euren Blog schalten.
Im nächsten Beitrag erkläre ich euch die beiden wichtigsten Tools: den Werbeanzeigenmanager und den Power Editor.

 

Falls ihr weitere Fragen habt, schreibt sie mir gerne in die Kommentare.

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